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Wulsbütteler Orgel nach Revision wieder eingeweiht

Sat, 25 Jan 2025 17:01:32 +0000 von Administrator Kirchengemeinde

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 „Hiermit erkläre ich die Orgel in der Sankt-Lucia-Kirche für wieder eingeweiht“, sagte Pastor Clemens Bloedhorn in seiner Andacht in der Wulsbütteler Kirche. Trotz regelmäßiger Wartungen und Reinigung der Pfeifen war nach 35 Jahren eine umfassende Revision fällig.
Die Geschichte der Orgel in der Wulsbütteler Kirche beleuchtete der frühere Kirchenvorsteher Hinrich Hanken-Illjes. Das erste Instrument bekam die Kirche Ende des 19. Jahrhunderts, das 1906 durch die erste „richtige“ Orgel ersetzt wurde. Bei der Kirchenrenovierung 1970 wurde sie ausgebaut, weil sie nicht mehr zu reparieren war. Danach bekamen die Wulsbütteler ein so genanntes Orgelpositiv. „Das klang aber eher negativ“, schmunzelte Hanken-Illjes. 1980 übernahm der Axstedter Pastor Michael Meyer-Blanck die Vertretung in der Wulsbütteler Gemeinde. Er war ein besonderer Liebhaber der Kirchenmusik und setzte sich gemeinsam mit dem Vorstand für die Anschaffung einer Orgel ein. 1987 gründeten die Wulsbütteler einen Orgelbauverein, um auch Spenden für den nötigen Eigenanteil von 42.000 Mark einzuwerben. 21.000 Mark kamen damals von der Kirchengemeinde und 95.000 Mark von der Landeskirche. 1990 wurde das heutige Instrument mit einem Prospekt aus geräuchertem Eichenholz einweiht, das sehr gut zu der alten Feldsteinkirche passt. Sie enthält nur klingende und keine Blindpfeifen, die längste 2,42 Meter und die kleinste gerade einen Zentimeter lang. Unter den sieben Registern ist auch ein besonderes Flötenregister aus alpenländischer Haselkiefer.
Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit waren die bleiernen Zuleitungen zu den Pfeifen dem Bleifraß zum Opfer gefallen. Auch das Eichenholz des Gehäuses war wegen seines hohen Säuregehalts in Mitleidenschaft gezogen worden. „Die Zuleitungen haben wir jetzt durch eine Legierung ersetzt, die 70 Prozent Zinn enthält und gegen die Feuchtigkeit eine Lüftung eingebaut, so dass sich kein Schimmel bildet“, erläutert Kirchenkreiskantor Timo Corleis, der die Arbeiten von Anfang an begleitete. Dafür entstanden Kosten von etwa 17.000 Euro, von den die Landeskirche 5.000 Euro übernahm. Der Rest wurde durch Spenden finanziert.
Pastor Bloedhorn dankte den Sponsoren wie der Volksbank, der Elbe-Weser-Sparkasse, dem Rotary- und dem Lions-Club sowie den vielen privaten Spendern, aber auch der Aktion „Einfach singen“, die 2015 von der Kirchenmusikerin Sabine Steilen eingeführt wurde. Einmal im Monat treffen sich hier Interessierte in der Kirche zum gemeinsamen Singen alter und neuer Lieder. „Was hierbei dann auch gespendet wurde, übertraf oft noch die Sonntagskollekte“, so Bloedhorn. Mit Blumensträußen bedankte sich der Pastor bei Sabine Steilen, Hinrich Hanken-Illjes und Timo Corleis für ihren Einsatz. „Am 2. August erhielt ich vom Orgelbauer Martin ter Haseborg aus Ostfriesland per Mail die Fertigmeldung, und im November haben wir die Arbeiten abgenommen“, so der Pastor.
Mit einem „Heimspiel“ weihte die Wulsbütteler Organistin Sabine Steilen die Orgel ein. „Schön leuchtet der Morgenstern“ in einer Bearbeitung von Diedrich Buxtehude war von Timo Corleis an der Orgel zu hören. Die weitere musikalische Umrahmung übernahmen die Flötengruppe „Sonatina“ und das Vokalensemble „Cantabile“, beide unter der Leitung von Sabine Steilen. Dass man auf der Orgel nicht nur Kirchenlieder spielen kann, zeigte Sabine Steilen mit „Memory“ aus dem Musical „Cats“. Mit einem Glas Sekt stießen die Besucher nach der Andacht auf die gelungene Einweihung an.
Bericht, Fotos: Otto Baur
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